Nereid’s Rally – Guayana

Am nächsten Tag treffen die letzten Boote ein und ab sofort1 gibt’s Programm: nachmittags ein netter Drink in der open-air Bar mit Planung für die Woche, am Abend typisches einheimisches Essen am Strand mit Fackelbeleuchtung. Mosquito-Spray sollte man allerdings immer bei sich haben. Der folgende Tag beginnt mit einer Dschungelwanderung – 6 h morgens! Tiere sehen wir nicht. Kein Wunder, wenn eine Horde von Leuten durch den Wald trabt und sich dabei auch noch unterhält. 2Die Wanderung ist aber herrlich nach all dem Sitzen und Herumkrabbeln an Bord. Kalle und ich fahren nach dem verspäteten Frühstück mit nach Bartica um Geld zu holen und kurz vor Sonnenuntergang legen wir mit 2 Pirogen ab nach Parrot-Island. Das Baden von der Insel aus fällt buchstäblich ins Wasser: es ist Hochwasser und baden kann man dort nur, wenn genug Sand aus den Fluten schaut. Wir liegen mit den kleinen Holzbooten vor der Insel und warten auf die Papageien. Einige kommen paarweise angeflogen, sind aber bei dem Gegenlicht nicht so gut zu sehen – hören kann man sie allerdings wunderbar und der Sonnenuntergang und die Stimmung am Fluß sind herrlich.

3Montag ist offizieller Beginn der Veranstaltung. Die Einreiseformalitäten sind erledigt und wir warten gespannt auf den großen Tag. Der Minister für Wirtschaft und Tourismus kommt zu Besuch, diverse Journalisten und die Mädels für die Wahl zur „Miss Guyana“. Sie sollen auf einem Boot posieren. Wir unterhalten uns nett mit dem Minister, genießen das gute Buffet4 und den entspannten Tag im Resort. Das Photo-Shooting mit den Miss Guyana-Anwärterinnen ist ein Riesenspaß. Sie posieren immer und überall sowie eine Kamera in Sicht ist und das Hin- und Herfahren der Mädels zu dem ausgewählten Boot, der Atla, möchte sich natürlich kein Mann entgehen lassen. 5Wer hat schon mal das Dinghi voll beladen mit 5 südländischen Schönheiten im Bikini? Die Bilder im Fernsehen bekommen wir leider nicht zu sehen aber am nächsten Tag entdecken wir auf dem Markt in Georgetown die Bilder der Nereid’s Rally auf der Titelseite. Der Verkäufer der Zeitung freut sich und viele Zeitungen wandern mit in die Rucksäcke.

Den Ausflug nach Georgetown mache ich alleine mit, Kallebleibt an Bord und hilft auf der Aztec Dream, den Wassereintritt an der Welle zu reduzieren. Wir fahren mit der 5aPiroge ca. 2 Stunden den Fluß hinunter, steigen an einem abenteuerlichen Landeplatz aus und werden dort mit dem üblichen Minibus abgeholt. Die Gegend dort ist dichter bebaut und von vielen Kanälen durchzogen. Am Meer entlang sind Befestigungswälle, anders als die bei uns üblichen Deiche. Ich versuche, dem Fahrer zu entlocken, was gefährlicher für das sehr tief gelegene Land ist: Überflutung durch den Atlantik oder Überschwemmung von der Landseite durch die dramatischen Regengüsse und die vielen Flüsse. So ganz klar ist die Antwort nicht aber der Regen scheint die größere Gefahr zu sein. Jedenfalls so 5blange man die Dämme zum Atlantik hin pflegt. Georgetown hat einen tollen großen Markt, eine schöne Kathedrale und eine alte Holzkirche die sehenswert ist. Die Straßen sind auch hier von Gräben durchzogen und oft von Bäumen gesäumt. Die kurze Zeit in der Stadt vergeht im Fluge. Während die Piroge über’s Wasser flitzt zieht ein Gewitter auf. Wir fahren direkt darauf zu. Bei Einbruch der Dunkelheit kommen wir wieder auf unseren Booten an – und das Gewitter legt erst nachts so richtig los.

7Die große Sehenswürdigkeit von Guayana sind die Kaieteur Falls. Am Donnerstag geht’s los. Mit dem üblichen Schnellboot nach Baganara, einem sehr gepflegten Resort, dessen Bar ein Photo von Mick Jagger ziert. Vor Ort und barfuß, selbstverständlich. Wir warten auf der Buschpiste auf die beiden bunt bemalten kleinen Flugzeuge. Einer darf neben dem Piloten sitzen, die anderen quetschen sich auf die hinteren Sitze. 9Der Flug selbst ist schon ein Erlebnis. Flüsse, Wolken, Dschungel, Goldgräbercamps und zwei rote Sandpisten sehen wir. Keine Straßen, keine Dörfer. Das Land wird bergiger, wir überfliegen eine Felsenstufe zum Plateau – und die Kaieteur Falls kommen in Sicht. Ein imposanter Anblick! Wir fliegen eine Schleife und landen bei einer Lodge. Es gibt ein Getränk für den Weg und unter fachkundiger Führung eine schöne Wanderung zu drei verschiedenen Aussichtspunkten die den Blick auf die Fälle 10freigeben. Die Orinduik Falls sind die nächste Station. Der Flug führt über savannenartiges Land, Dschungel ist hier nicht zu sehen. Der Ausblick auf die Fälle ist wieder herrlich aus der Luft bevor wir auf der rustikalen Piste in hohem Gras landen. Die Orinduik Fälle sind weniger spektakulär aber nicht weniger schön. In mehreren Stufen fällt das Wasser auf großer Breite in die Tiefe. Auf einzelnen Stufen kann man am Rande baden.11 Herrlich erfrischend ist das nach einem langen Touri-Tag. Der Rückflug geht über den Fluß und ein Indianerdorf hinweg. Müde und voller Erlebnisse landen wir in Baganara. Diese Tour lohnt sich wirklich, auch wer Angst vorm Fliegen hat, sollte es sich überlegen. Unser Pilot hat auf den verwegensten Pisten butterweiche Landungen hingekriegt.

Es folgen eine Bootstour den Fluß hinauf mit vielen interessanten Informationen über Land und Leute, einer Wanderung zu den Marshall-Falls mit Baden und Picknick und einer rasanten Tour mitten durch die Stromschnellen – für viele das Highlight der Tour. Es kann 12auch sicher nicht jeder Fahrer hier durchfahren aber wir haben das Glück. Einkaufstouren nach Bartica, viele Abende auf verschiedenen Booten und am letzten Abend ein Fest am Strand, das von der Stadt Bartica organisiert wird. Es ist jeden Tag viel los, die Zeit vergeht viel zu schnell und jeder Tag lohnt sich.

Vor Hurakabra liegt man sehr schön vor einer herrlichen Dschungel-Kulisse mit Papageiengekreische am Morgen. Kit, der Manager, ist ein erfahrener Segler und hilft mit allem gerne weiter. Nur das Internet ist sehr 6schlecht und die Fahrt mit dem Dinghi nach Bartica ist weit. Da die Gegend wunderschön ist und die Einfahrt durch den drittgrößten Fluß von Süd-Amerika traumhaft, lohnt es sich auf jeden Fall hierher zu kommen. Man kann auch vor Baganara ankern. Das Internet ist dort gut und der Flugplatz gleich auf dem Grundstück. Das Resort wirkt eleganter und gepflegter. Wie weit es für Segler vom Service her geeignet ist, bleibt offen.

Am letzten Abend machen wir ein Picknick in der 13Strand-Bar und sehen uns den Film „Papillon“ an. Er spielt in Französisch Guayans, unserem nächsten Ziel. Am frühen Morgen geht’s los den Fluß hinunter bis nach Roeden Rust. Dort ankern wir. Alle sind müde nach den vielen Ereignissen und wollen nochmal ordentlich schlafen vor der Fahrt gegen Wind und Strom.

 

 


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