Tazacorte, La Palma

Erste Nacht an der Tankstelle in Tazacorte

Puerto Tazacorte ist nicht nur ein aktiver Fischerhafen. Es gibt auch touristische Auflüge von hier: Wale und Delphine beobachten, Segeltörns, eine Kuttertour. Daneben einheimische kleine Boote für Tagestouren und weiter vorne die größeren Segelboote, die irgendwann einmal weiter wollen. Viele bleiben sehr lange hier – weil’s so schön ist und man sich einfach wohlfühlt in diesem total ruhigen gemütlichen Hafen, selbst wenn auf beiden Seiten draußen eine enorme Brandung tobt. Es gibt nette Restaurants am Hafen und im Zentrum des Ortes. Eine hübsche Promenade bringt einen dort hin, ca. 10 Minuten zu Fuß am schwarzen Strand entlang. Dort ist auch eine Apotheke, ein Laden mit den nötigsten Waren für’s tägliche, eine Boutique und mehrere Eisläden. Der Bus fährt einmal die Stunde in die höher gelegene Stadt Tazacorte und auch die Verbindung nach Los Llanos und Puntagorda ist gut. Nach Tazacorte kann man auch prima laufen. Super Dino liefert den Großeinkauf auf’s Boot. So kann man entspannt durch die Bananenplantagen zurück gehen. Von und nach Los Llanos klappt das auch aber da ist etwas mehr Energie gefragt. In Puerto Tazacorte ist eine herrliche Hippie-Szene mit Straßenmusik, Schmuckverkauf und Akrobatik an der Promenade.

In die Felsen am Flußbett sind einige Häuser gebaut
So sieht der Strand bei ruhigem Wetter aus

Eine unserer ersten Touren führt uns die steilen Klippen hinter den Restaurants hoch zum Aussichtspunkt El Time. Ein toller Blick von oben, aber den gibt’s hier öfter. Das beste: der Kuchen! Ich gebe zu, dass er wirklich sehr teuer ist, aber einfach sagenhaft lecker. Wir klettern noch ein bißchen höher und steigen dann steil ab durch die Plantagen. Im historischen Teil von Tazacorte liegt sehr passend – mitten in den Plantagen – das Bananenmuseum. Hübsch gemacht mit schönem Blick, allerdings alles auf spanisch und englisch. Sonst ist auf La Palma vieles auch auf deutsch beschrieben. Bei den getrockneten Chili-Bananen-Chips brauche ich das Haltbarkeitsdatum nicht im Auge zu behalten: nach einem Tag sind sie alle.

Blick auf den Hafen vom Wanderweg nach El Time
Abstieg durch die Bananenplantagen
Im Bananenmuseum
Bananenstaude ….
…. und Blüte

Am nächsten Tag sind besonders große Wellen angesagt. Wellen, kein Wind. Der Sturm ist viel weiter nördlich im Atlantik aber die riesigen Wellen donnern mit enormer Kraft auf die Küste. Besonders spektakulär soll das in La Bombilla am Leutturm, dem Faro de Punta Lava, sein. Also nichts wie hin. Martina und Chris sind inzwischen auch hier gelandet und wir machen uns gemeinsam auf den Weg. Mit dem Bus Richtung Puerto Naos, einem modernen Touristenort mit Hotel- und Appartmentanlagen, dann zu Fuß durch die Plantagen zum Meer. In dem verträumten Dörfchen La Bombilla rauschen bereits riesige Brecher an die Küste. Wir wandern am Leuchttturm vorbei über Lavafelder und an Bananenplantagen entlang und können uns an dem Blick nicht sattsehen.

La Bombilla
Am Leuchtturm hinter La Bombilla
…… und hier war ich wirklich froh, dass die Kamera wasserdicht ist!

Auch in Puerto Tazacorte sieht es bei dieser Brandung spektakulär aus. Die Promenade steht unter Wasser und ist voller Sand, die Brecher donnern an den sonst friedlichen Strand. Sowie sich das Meer beruhigt hat rücken die Bagger an: in wenigen Stunden ist das Chaos an Land beseitigt, nur das Wasser braucht etwas länger um wirklich wieder ganz friedlich und „badetauglich“ zu werden.  

Promenade und Strand von Tazacorte

Auf den Tag der Wellen folgt ein Tag der Felsen. Ich gehe wandern nach La Cumbrecita. Mit dem Bus zum Startpunkt am Info-Center und vorbei an blühenden Mandelbäumen, zur kleinen Kapelle Pino de la Virgen und hoch durch den Pinienwald. Weiter und weiter und weiter …… immernoch Pinien. Zwischendurch geht es rauf und runter und ich quere diverse Barancos. Der Wald wird lichter, die Felsen steiler – und ich freue mich, mehr Aussicht zu haben. Zu viel dichter Wald ist nicht so meine Welt, die dramatische Felslandschaft eher. Der Ausblick oben am Parkplatz (für diese Fahrt muss man sich rechtzeitig im Internet registrieren) entschädigt für den langen Anstieg. Eine traumhaft schöne kleine Runde auf einem sehr bequemen Weg. Nach dem Tag am Meer mit der tosenden Brandung fällt mir hier die Stille auf. Eine erstarrte Wald- und Steinlandschaft. Nur die Vögel sind zu hören, sonst absolute Stille. Einerseits erholsam, andererseits ein bißchen tot. Ich freue mich nach der langen Wanderung, wieder an Bord zu kommen. 

Rastplatz auf dem Weg nach La Cumbrecita
Ausblick von Cumbrecita

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.