Endlich Neuland!

Weiterhin tolle Sonne – aber wie gut, dass wir reichlich getankt haben. Durch die Raz de Sein, eine felsige Meerenge mit wiederum enormer Strömung, diesmal in der richtigen Richtung! – fahren wir weiter nach Benodet, dem ersten Ort auf der Reise, den wir noch nicht kennen. Die Küste wird flacher, es gibt unzählige vorgelagerte kleine Inseln und Inselgrüppchen und endlos lange weiße Sandstrände. Die Wassertemperatur ist jedoch eher Nordsee-mäßig, so um die 17°C. Benodet ist ein sehr schicker Ort mit gepflegten, teilweise sehr großen und edlen Häusern. Die Hafeneinfahrt ist sehr voll. Viele kleine und große Sportboote, Angler, Surfer, alles was es so an Wassersportaktivitäten gibt wird betrieben. Von einem Ufer zum anderen gibt es eine Fähre. Die beiden Marinas liegen in dem schmalen Fluß mit sehr starker Strömung.

Durch das Gewusel zieht uns das ablaufende Wasser zügig vorbei an den Iles de Glènan zur Ile de Groix, einem urwüchsigen Ferienparadies. Eine herrliche Insel für Familienferien. Gleich am Anleger gibt es Mengen von Fahrrädern zu leihen sowie einige nette Restaurants und kleine Läden. Die Marina ist proppevoll. Zwischen 2 Mooringtonnen hängen etwa 10 Boote!! Am nächsten Morgen gibt’s dann auch Bruch als ein Katamaran ablegt und gleich 3-mal über die Leine des Nebenliegers brummt. Hafenkino für alle anderen. Uns ist ja nichts passiert. Wir verladen die Bordräder ins Dinghi, Kalle zieht sie an der steilen Leiter hoch, und mieten 2 weitere dazu. Auf zur Inselumrundung! Ohne Chaos an den Moorings laufen wir am nächsten Morgen aus zum

Golfe du Morbihan. Das ist eine riesige, recht flache Bucht mit unzähligen Liegeplätzen an Moorings aber man kann in einigen Ecken auch noch ankern. Innerhalb der Bucht liegen diverse Inseln, teilweise ist das Betreten verboten, auf anderen gibt es touristische Angebote. Wir ankern westlich von Ile Aux Moines vor einem großen Strand. Es ist etwas wärmer als draußen an der Küste aber immer noch frisch. Herrlich zum Spazierengehen! Bei auf- und besonders ablaufendem Wasser entstehen heftige Strudel und Strömungen zwischen den Inseln und in der schmalen Einfahrt. Hier kann auch der Jollensegler lernen mit der Tide umzugehen.

Für Hout, Hoedic und die Belle Ile bleibt uns leider keine Zeit und so segeln wir vorbei zur Ile d’Yeu, Port Jointville. Eine ganz andere Szene. Ein Heli-Landeplatz, wieder ein rappelvoller Hafen, diesmal aber mit Stegen, und sehr viele schicke Läden und Restaurants. Natürlich auch Fahrräder und Fischkutter. Die Insel hat viele schöne Strände in kleinen Felsenbuchten, ein altes Kastell am Meer, Steilküsten und viele Rad- und Wanderwege. So unterschiedlich sind sie denn auch nicht diese Inseln. Überall hübsche kleine und große Ferienhäuser, hübsche Gärten mit vielen Blumen, erfrischendes Baden, interessantes Segeln, französische Lebensart. 

… und von hier aus geht’s weiter nach La Rochelle!

 

 

 

 

Juli 2018 – Ja, Blue Sun ist wieder on Tour!

Hier meldet sich die Blue Sun Crew zurück – wir sind wieder auf Törn!!!

Nach vielen Monaten, von September 2017 bis Mitte Juni 2018 war Kalle mit dem Refit der Blue Sun beschäftigt. Das neue Deck zu verlegen – und besonders das alte zu entfernen – hat sehr viel mehr Zeit gekostet als erwartet. Ansonsten gab es viele, viele andere Dinge zu tun.

Die Pläne zum Neustart haben sich oft geändert aber dann der Beschluß: Kalle kommt mit Blue Sun nach Hamburg. Bei herrlicher Sonne kommt er in alter Einhand-Manier die Elbe heraufgefahren um mich abzuholen. Der erste Tag mit Melanie, Helene und  John, der immer wieder aus der Ferne meinen Blog rettet, wenn es ein Computer-Problem gibt, haben wir einen wunderschön sonnigen Abend im Hamburger Hafen. Am nächsten Abend hocken wir mit unserem Besuch unter Deck. Immer wieder jagen heftige Schauer über uns hinweg.

Am Freitag, d. 22. Juni 2018, heißt es: Leinen los zum großen Törn! Wie weit wir es schaffen? Ganze 9 Meilen die Elbe hinunter. Bis nach Wedel wo wir mit Motorschaden den Hafen anlaufen. Kaum sind wir fest, springt Kalle unter Deck: „Ich weiß schon was das Problem ist.“ In wenigen Minuten schnurrt der Motor wieder wie es sich gehört. Noch eine Nacht in Glückstadt, ein Teil für den Wassermacher besorgen, und dann weiter gegen Wind und Welle an. Es ist grau und windig. In Cuxhaven bleibt es so. Wir liegen im Amerikahafen im LCF, nehmen die netterweise vom Verein zur Verfügung gestellten Fahrräder und kaufen noch etwas ein. Bevor die See ruft, ruft der Keks – im Bahlsen Keks Outlet erstehen wir einige riesige Dosen Waffeln und Minzschokolade. Am nächsten Tag verlassen wir endgültig das Festland. Es ist schon ein dramatisches Gefühl an der Kugelbake vorbei in die graue Nordsee zu segeln und zu wissen, dass man lange nicht mehr hier vorbeikommen wird.

Auf Helgoland ist das Wetter wieder besser. Bei herrlicher Sonne umwandern wir die Insel, machen einen Ausflug zur Düne, wo sich die Seehunde in der Sonne aalen und ich marschiere los zum Vogelfelsen. Die Basstölpel haben Junge und das Abendlicht ist herrlich. Ein letzter Drink in der bunten Kuh bleibt uns verwehrt: Mittwoch ist Ruhetag! Auf der Fahrt nach Norderney ist uns der Wind hold und die Sonne lacht – wenn es bloß nicht immer so kalt wäre auf See. Schaukelig geht’s durch’s Dovetief vor Norderney. Am nächsten Tag kommen Rayka und Marten an Bord, die Ferien haben begonnen. Wir bummeln durch die vielen Sträßchen mit den schicken Läden und an der Promenade entlang und Kalle leistet Überzeugungsarbeit in Sachen Segelplanung: der Wind ist ausgezeichnet um schnell weit nach Süd-Westen zu kommen, d.h. durchsegeln so lange es geht, möglichst bis nach Frankreich, mindestens Dunkerque. So machen wir es!

Nach 353 nm und knapp 48 Stunden Landfall in Boulogne-sur-Mer, Nordfrankreich, also noch ein Stückchen weiter. Wir sind müde und sehr zufrieden. Die ganze Strecke toller Segelwind! Die Orte unterwegs kennen wir alle schon und der Plan ist, möglichst schnell Richtung Kanalinseln und Camaret-sur-Mer zu kommen. Da wartet Neues auf uns. Der Wind war optimal für die Strecke und da gab es kein Zögern. Etwas kalt war es, super sonniges Wetter, nervige  Verkehrstrennungsgebiete mit viel Großschifffahrt, tolle Sicht auf die Kreidefelsen von Dover und der französischen Küste. In Boulogne machen wir einen Hafentag zum Ausruhen, bummeln, einkaufen. Es ist auch nett in altbekannte Orte zu kommen, man kennt sich aus, weiß ob die Duschen gut sind und wo der Supermarkt ist.

In Dieppe  machen wir einen ausgedehnten Spaziergang zum alten Kastell, das heute ein Museum ist, und auf die Klippen. Dann geht’s weiter nach Fécamp. Beim letzten Besuch wurden wir aus dem Hafen verscheucht, weil eine Regatta nahte. Diesmal haben wir die Chance, die wunderschöne alte Benediktiner-Abtei zu besuchen wo heute noch der gleichnamige Likör Bénedictine gebraut wird. Es gibt auch 2 Kostproben, lecker! In der Stadt ist außerdem ein Hafenfest mit Flohmarkt und einigen maritimen Ständen – alles nett in Sichtweite vom Boot. Ich lechze nach Bewegung, wie üblich. Rauf auf die weißen Felsen und zu der kleinen Kirche die über der Stadt thront. Die Kirche wird gerade restauriert und hat geschlossen aber der Blick ist toll. Das Wetter ist weiterhin wunderschön sonnig und weder Sturm noch der lästige Süd-West Wind in Sicht. Etwas mehr Ostwind wäre jedoch super, wir müssen jetzt oft unter Motor laufen. In Cherbourg wollen wir hinter der äußeren Hafenmauer ankern. Ein super Platz und einen Mast sehen wir auch schon. Leider wird uns und allen anderen mit der gleichen Idee der Wunsch von der Armee verwehrt – hier ist militärisches Sperrgebiet. Wir verbringen die Nacht am Schwimmsteg und laufen früh aus. Mit der Strömung rauschen wir davon nach

Alderney. Auch diese Insel kennen wir gut. Wir machen eine herrliche Wanderung, in einem wunderschönem alten Landhaus, „The old Barn“ gibt es Bred and Butter Pudding, Brownies mit Eis und Kuchen im Blumengarten und wir treffen alte Bekannte von Kalle die auch gerade für eine Langfahrt rüsten. Ohne Wind bei spiegelglatterSee motoren wir nach Peter Port, Guernsey. Das Tanken ist hier günstig und so verbringen wir denn auch etwa eine Stunde an der dortigen Tanke als der Wasserstand es zulässt. Auch der Segelladen ist ergiebig: ich finde Schuhe, Marke „Orca Bay“. Sehr bequem und für gut befunden nach dem Kauf des ersten Paares in Cowes vor 3 Jahren. Sark und Jersey lassen wir aus. Kalle hat Sorge, dass der Wind dreht und wir dann gegenan motoren müssen. Das wäre wirklich blöd und so motoren wir nun nach Westen,

Roscoff in der Bretagne. Der Hauch von Wind kommt zwar aus Osten aber 48 Stunden sind uns ein bisschen lang für die Strecke, die wir brauchen würden wenn wir segeln. Ein Tag Pause und wir legen mit ablaufendem Wasser ab zur Ile d’Oussant, der westlichsten Insel Frankreichs. Die Tide dreht, die Strömung ist dramatisch. Dicht vor der Insel, bei enormen Strudeln, drehen wir bei und nehmen Kurs auf Camaret-sur-Mer. Diesmal ankern wir. Kein Problem bei so wenig Wind in der offenen Bucht. Letztes Mal war es recht diesig, diesmal bratzt die Sonne vom Himmel. Es gibt herrliche Strände auf der Westseite. Umgeben von steilen Klippen und erreichbar über wunderschöne Spazierwege. Weiter geht es bei herrlichem Wetter und zu wenig Wind Richtung Süden an der Küste der Bretagne entlang.

Zurück im Heimathafen!

Sorry, wir haben lange nichts von uns hören lassen – und wir sind tatsächlich bereits zurück in Hooksiel. Auf dem Titelbild seht ihr die Blue Sun den Liegeplatz im Hooksmeer ansteuern.

Was inzwischen passiert ist? Kalle hat mit seinen Kindern den Rest der Ferien im Ijsselmeer verbracht. Dann kam fliegender Wechsel: Rayka und Marten nach Hause, Sonja mit einer Freundin an Bord bis nach Borkum. Kalle hat danach noch allein die Nordsee unsicher gemacht während ich mich erst ein paar Tage in Hamburg aufgehalten habe und dann planmäßig nach Frankfurt und Kolumbien zur Taufe meiner Enkelin Valentina gefahren bin. Dort hatte ich herrliche Tage mit Jan und Familie und habe auch viel von Bogotá und Cartagena gesehen. Natürlich schaut man sich als Seglerin auch mal die Liegeplätze vor Ort an und ich kann Cartagena nur wärmstens empfehlen: absolut geschützt, kurze Dinghi-Distanz zur traumhaft schönen Innenstadt, vielen guten Restaurants und Läden. Dringende Empfehlung: lernt Spanisch! Ich hatte ja das Glück, mit meiner kolumbianischen Schwiegertochter Harleidy unterwegs zu sein, das war die Variante für Kolumbien-Anfänger. Wer an der Küste entlang schippert sollte auf jeden Fall Abstecher ins Landesinnere machen, es lohnt sich. Und irgendwie kommen ja auch andere mit Englisch durch falls es mit Spanisch noch nicht so klappt.

Bremerhafen – Leuchtturm an der Schleuse

Leider war ich gesundheitlich teilweise etwas angeschlagen und war auch nach meiner Rückkehr an Bord nicht gleich wieder fit. Dann traf mich noch ein Tiefschlag in Form einer heftigen Entzündung am Backenzahn und es fehlte an Muße, mich mit dem Blog zu befassen. Auch war es so ein eigenartiges Gefühl, wieder auf der Nordsee im Heimatrevier zu segeln. Es fühlte sich nicht mehr so nach „richtiger Reise“ an. Nach all den interessanten neuen Orten der letzten 2 Jahre fehlte mir die Exotik und das Neue, Spannende.

Kalle hatte mich in Bremerhaven bei herrlicher Sonne wieder eingesammelt. Wir haben eine schöne Radtour gemacht, – die erste seit einem Jahr -, durch den Containerhafen bis zum Deich,  verschiedene Museen angesehen und einen Spaziergang zum alten Fischerhafen gemacht. Dann ein Ausflug nach Helgoland. Trotz des ungemütlichen Wetters habe ich mich gefreut, nach 5 Wochen Abstinenz wieder zu segeln. Die Wanderung über die Vogelfelsen ist dort auch im September noch lohnenswert. Zwischen Stürmen und heftigen Regenschauern sind wir nach Cuxhaven gesegelt wo Melanie und Helene für 2 Tage an Bord kamen. Helene sollte das Bootfahren mit Oma kennenlernen. Eine gute Idee, nur leider hat uns der erste Orkan des Herbstes von jeglichen Fahrten abgehalten. So blieb es bei langen Spaziergängen in Sturm und Regen und bei leckerem Fischessen. Einen weiteren Tag haben wir auf Helgoland verbracht und von dort ging’s direkt zurück nach Hooksiel. Ganz ruhig war’s im Hafen. Wir haben uns einen Gin Tonic gegönnt und konnten in der Herbstsonne an Deck sitzen.

Kalle ist am basteln, die Bordheizung läuft – und wir müssen uns wieder einleben im kühlen Norden. Am kommenden Wochenende ist Absegeln mit all unseren bunten Karibik-Flaggen.

Seit Reisebeginn im Juni 2015 haben wir 15.568 Seemeilen in unserem Kielwasser gelassen und insgesamt 25 Länder besucht, einige davon mehrmals.

Und damit endet hier eine wunderschöne erlebnisreiche Reise und ebenso unser Blog. 

Vielen Dank für euer Interesse! …. und wir freuen uns natürlich weiter über e-mails.

Karibik von oben – Flug von Bogotá nach Atlanta

Belgien u. die Niederlande

Bevor wir Boulogne-sur-Mer verlassen, klart es auf und wir drehen noch eine Runde am Hafen. Hier werden seit unserer Ankunft Zelt aufgebaut und man sieht, dass über den Nationalfeiertag hinweg Großes geplant ist. Heute ist Eröffnung. Es ist viel zusehen beim Hafenfest. Jede Menge Stände mit alter, traditioneller Handwerkskunst, Aufführungen, Vereinen und leckerem Essen aus der Region. Leider ist die Zeit knapp und wir laufen aus. Das Anzeigebild ist die Hafenausfahrt von Boulogne-sur-Mer.

Vor Dunkerque quert ein Tanker unseren Kurs und wir sehen aus nächster Nähe wie die Schlepper die Leinen übernehmen und ihn Richtung Einfahrt schleppen. Kurz vor Nieuwpoort entdeckt Rayka eine Tonne mit einer Figur drauf! Mitten auf der Nordsee – hier hätten wir das nicht erwartet!

Im Yachthafen von Nieuwpoort ist diesmal viel los. Demnächst finden internationale Regatten statt. Die Wiesen sind voll mit Wohnwagen und Zelten, überall wimmelt es von jugendlichen Teilnehmern aus aller Welt. Es herrscht ein herrlich internationales Flair in diesem Badeort. Nach einem Tag Pause legen wir ab Richtung ..…

Blankenberge, dem letzten Hafen an der belgischen Küste, den wir anlaufen. Es ist mal wieder bedeckt als wir bei Hochwasser durch die schmale Einfahrt motoren. Es steht ein heftiger Schwell davor und wird gebaggert. Beim ersten Anlauf ist die Einfahrt nicht zu erkennen und wir drehen bei. Als ich endlich am Funk eine Antwort auf Englisch bekomme, ist uns klar wo’s reingeht aber eng ist die Passage allemal. Wir drehen eine Runde durch den Ort – leider bei grauem Himmel – und früh am nächsten Morgen kommt die letzte lange gemeinsame See Etappe bis nach …

Ilmuiden am Nordseekanal der nach Amsterdam führt. Müde nach der langen Seestrecke schlafen wir aus und am Morgen geht’s weiter bis zum Sixhafen, direkt ggü. vom Amsterdamer Hauptbahnhof. Kalle, Rayka und Marten segeln von hier aus weiter. Ich fahre für ein paar Tage nach Hamburg und verbringe den August in Bogota und Cartagena in Kolumbien zur Taufe meiner Enkelin Valentina. Kalle fährt mit Rayka und Marten weiter ins Ijsselmeer, hier gibt es kurze familienfreundliche Strecken  und weniger Welle.

 

 

Anfang September komme ich wieder an Bord für die letzte Etappe in den Heimathafen Hooksiel.

Bis bald!

 

 

 

 

 

Normandie

Auf dem Weg nach Cherbourg erleben wir aus nächster Nähe eine Rettungsaktion auf See. Ein Hubschrauber fliegt über uns hinweg und nähert sich dem Fischkutter der uns gerade mit hohem Tempo überholt hat. Nun fährt er langsam und der Hubschrauber kreist über ihm. Erst werden 2 Personen abgeseilt, dann eine Trage. Es ist beachtlich, wie schnell und präzise das alles klappt. Hoffentlich kam die Hilfe rechtzeitig.

Cherbourg hat einen riesigen Vorhafen und die Einfahrt ist dadurch gut geschützt. Die Marina ist groß aber gut zur Innenstadt gelegen. Das Zentrum ist lebendig, voller interessanter kleiner Läden und Restaurants. Gegenüber von der Marina liegt die „Cité de la Mer“, ein Museum der Unterwasserwelt mit Meerwasseraquarium und angeschlossenem Fährterminal. In den schön restaurierten alten Hallen fanden sich früher die Auswanderer ein.

Unser nächster Stopp ist Fécamp, ein wunderschöner Ferienort an der normannischen Steilküste. Die ganze Fahrt über haben wir einen herrlichen Blick auf die weißen Felsen. An den Stellen, an denen sich Lücken zwischen den Klippen befinden liegen malerische kleine Dörfer. Fécamp ist ein größerer Ort  mit einem Liegeplatz mit schönem Blick. Wir planen, einen Tag zu bleiben. Leider wird daraus nichts. Am nächsten Tag muss der Besuchersteg frei sein – die „Tour de France sur la Mer“ kommt vorbei. Schade, wir hätten uns gern das Palais Bénédictine von innen angesehen. Mit Kostprobe von gleichnamigem Likör, Kellerei und Laden. Nun bleibt es also bei der Außenbesichtigung und am nächsten Morgen legen wir in aller Frühe ab nach …….

Dieppe, das wir sonst überhaupt nicht gesehen hätten. Ein Hafen mitten in der Stadt mit schönem Blick auf die umliegenden alten Häuser und Restaurants. Wir sind früh da und haben Zeit für ein typisches Mittagessen: Moules frites. Das sind Miesmuscheln mit Pommes frites. Die Muscheln gibt es in den Varianten „mariniere“ oder „creme“. Mir schmeckt creme ganz ausgezeichnet, das werde ich zu Hause mal nachkochen. Die Stadt hat ein uriges altes Viertel mit schmalen Gassen und Treppen unterhalb der Kirche die über der Hafeneinfahrt thront, eine nette Fußgängerzone mit vielen alten Gebäuden im Zentrum und zwei riesige alte Kirchen. Schade, dass sie so verfallen sind. Am nächsten Morgen um 6 h segeln wir weiter nach ….

Boulogne-sur-Mer.  Das Wetter ist mies an diesem Tag, wenn auch der Segelwind gut ist. Ansonsten ist es grau und kalt, streckenweise haben wir Regen und bauen nach dem Anlegen wieder einmal die Kuchenbude auf. Weiße Kreidefelsen sind hier nicht zu sehen, dafür mehr Hochhäuser am Hafen. Die Altstadt mit Stadtmauer liegt oben auf dem Hügel. Die Kirche ist sehenswert und das alte Schloß, das von einem Wassergraben umgeben ist. Die Stadt ist recht groß und man kann prima einkaufen in den lebhaften Straßen. Am Wasser werden viele Zelte aufgebaut für die Zeit vom 13.-16. Juli. Am Nationalfeiertag, dem 14.7. wird hier sicherlich enorm viel los sein. Schade, dass wir dann schon weg sind! Morgen soll’s weitergehen bis nach Belgien, wenn Wind und Strömung passen. Sonst machen wir noch einmal Pause in Dunkerque. Nach 2 regnerischen stürmischen Tagen ist das Wetter heute Abend wieder besser geworden und der Wind kommt morgen aus der richtigen Richtung.

Die Channel Islands

Von Brest geht’s also auf ins uns gut bekannte Guernsey, Peter Port. Wir haben einen tollen Empfang von Gerda und Bernhard. Sie begrüßen uns mit Tröte von der Mauer aus – super! Die beiden wollen mit ihrer La Estrella Richtung Süden und weiter in die Karibik. Da gibt es viel zu erzählen. Wir kennen Guernsey ja  bereits aber es gibt natürlich auch hier wieder viel zu entdecken wie z.B. den Klippenweg an der Küste entlang und die Naturschwimmbäder. Uns ist es allerdings zu kalt auch wenn immer wieder die Sonne rauskommt. Gerda ist da deutlich härter, der nasse Badeanzug hängt am Boot zum trocknen.

Die Weiterfahrt von Guernsey nach Alderney ist ruhig und sonnig. Zu ruhig, wir motoren die ganze Zeit. So genießen wir in Ruhe den Blick auf die Vogelfelsen bei der Durchfahrt durch die Swinge auf der Westseite der Insel. Wenn das Wetter gut ist sind die Kanalinseln immer wieder ein herrliches Revier. Auf Alderney haben wir diesmal nur Sonne, machen schöne Spaziergänge und relaxen. Da wir an der Mooring liegen gibt es hier endlich mal wieder die Möglichkeit, Dinghi zu fahren. Rayka und Marten sind schon bestens dabei.

Um 16 h MESZ passt die Tide und wir legen ab nach Cherbourg. Kalle will vorher nochmal in den Mast um das Dampferlicht wieder in Fahrt zu bringen.

Die Meerwasserschwimmbäder von Guernsey, Peter Port

 

Bretagne

Einige Tage liege ich also allein in Brest und verbringe die Zeit mit weiteren Reinigungs- und Aufräumaktionen sowie langen Spaziergängen und einer Fahrradtour zu den Segelläden von Moulin Blanc. Seit einem Jahr habe ich nicht mehr auf dem Rad gesessen! Da reichen die 10 km hin und zurück. Das Wetter ist recht wechselhaft und für meinen Geschmack deutlich zu kalt. Am Freitag abend kommt nach langer Autofahrt Kalle mit Rayka und Marten an. Es gibt Nudeln und Salat zum Empfang bevor alle müde in die Kojen kriechen. Noch ein  Besuch im Marinemuseum, eine Fahrt mit der Seilbahn über die Stadt und ein Blick in die alternative Straße Rue Saint Malo und schon legen wir ab nach …..

 

Camaret-sur-Mer, einem malerischen Ferienort nahe Brest. 8 nm sagt die Logge. Wir liegen in der Marina, das innere Hafenbecken fällt trocken. Direkt an der Marina ist eine alte Wasserburg, die gerade wieder hergerichtet wird und nicht weit entfernt eine wunderschöne alte Kirche wie ich sie noch nie gesehen habe. Alles ist auf Seefahrt und die entsprechenden Schutzheiligen abgestimmt. An der Promenade liegt eine lange Reihe von schnuckelig hergerichteten bretonischen Restaurants und am Ende der Straße biegen wir ab in eine Künstlergasse. Ein Atelier reiht sich ans andere. In Camaret gibt es Internet – Rayka und Marten sind beschäftigt und wollen an Bord bleiben. Kalle und ich laufen allein noch eine Runde über die Klippen mit tollem Ausblick über die Bucht. Leider fängt es an zu nieseln, da macht die beste Landschaft nicht so richtig Spaß. Wir essen unter der Kuchenbude und am nächsten Morgen machen wir uns auf

 

…… nach Roscoff. Diesmal können wir die tolle bretonische Küste auch wirklich sehen, bei der Tour vor 2 Jahren war Nebel. Erst motoren wir wegen Flaute und gegen die Strömung an, dann läuft’s gut auf den letzten Meilen. Die Tide dreht und auch der Wind ist mit uns. Um 9 Uhr abends laufen wir in die Marina ein. Die Abendsonne scheint aber so richtig warm ist es nicht mehr. Nach einem Spaziergang, der in strömendem Regen endete sitzen wir unter Deck und warten auf besseres Wetter.

Am Samstag wird das Wetter wieder besser und wir machen einen Ausflug zur Ile de Batz. Auf dieser malerischen kleinen Insel gibt es Landwirtschaft, Fischerei und viel Tourismus. Laut Karte sind es 12 km wenn man auf dem Wanderweg einmal die Insel umrundet. Wir umrunden sie nicht ganz, steigen auf den Leuchtturm und tauchen die Füße am Strand in das – leider eiskalte! – Wasser. Dann geht’s zurück zum Boot. Morgen früh um 6 Uhr werden wir nach Guernsey ablegen.

Die Kirche auf Ile de Batz

 

Brest – Europa hat uns wieder!

Mit dem angesagten Wind von 5 Bft. verlassen wir Terceira. Eine herrliche Rauschefahrt vorbei an der vorgelagerten Felseninsel. Am frühen Abend verlässt uns dann leider der Wind – und so geht es auch meist weiter. Mal ein bißchen Fahrt unter Passatsegeln, dann gar kein Wind. Das Motoren macht Lärm und der Diesel reicht nicht ewig. Schön lesen kann man, danke für die Bücher Isolde! Die Tage vergehen mit abwechselndem Segeln und Motoren. Die letzten Tage haben wir den Wind genau von vorn und kurz vor Brest, beim queren der Hauptschifffahrtsrouten, wimmelt es von großen und kleinen Frachtern. Ein paar Fischer kommen auch noch hinzu und alle halten uns gut beschäftigt. Montag morgen um 5 h Ortszeit sind wir fest am Schwimmsteg in der altbekannten Marina Chateau Brest. Nach dem Anlegerdrink fallen wir todmüde in die Kojen.

Die beiden nächsten Tage vergehen mit Ausruhen, Arbeit am Schiff und Organisation.

Heute morgen ist Kalle für ein paar Tage Richtung Heimat gestartet und ich sitze in dickem Nebel mit meiner Teetasse an Deck. Und das mir – wo ich doch so die Karibiksonne vermisse. Nach langer Putz- und Waschaktion wird`s aber wieder herrlich sonnig wie die letzten Tage auch.

Azoren – für uns die letzte Insel …

Terceira! Morgen wollen wir ablegen nach Brest – ca. 10 Tage rechnen wir. Nur noch ein paar frische Sachen kaufen und los geht’s!

Angra do Heroismo heißt die Stadt, in der wir jetzt liegen. Sie ist Weltkulturerbe, das zog uns hierher. Praia do Vitoria liegt näher zum Ziel aber wir sind froh, hier zu sein. Die Stadt ist wunderschön, alle alten Gebäude sind erhalten bzw. wieder aufgebaut nach dem letzten Erdbeben und sehr gepflegt. Direkt über dem Hafen thront die leuchtend blaue Misericordia Kirche. Wer verschläft wird von der Glocke geweckt – wer gut schläft, erst um 8 Uhr! Auf der anderen Seite des Hafens liegt die Festung Sao Sebastiao, die zum Hotel umgebaut wurde.  Auf der Hafenmauer wurde ein Jogging-Weg angelegt. Hier sieht man jeden Abend wie fleißig gewalkt wird, joggen ist eher selten. In den hübsch gepflasterten Straßen der Altstadt gibt es viele Boutiquen, Restaurants und Bars. Nach langer Zeit mal wieder eine richtige europäische Stadt – und das ganze noch zu portugisisch günstigen Preisen. Herrlich! Dies macht natürlich kein Weltkulturerbe aus, das sind die verschiedenen schönen Kirchen, Herrenhäuser, Festungen und die gesamte wunderschöne Anlage der Altstadt.

Am Morgen des ersten Tages giesst es. Nach dem Frühstück gehen wir trotzdem los durch die kleinen Gassen und werden pitschnass. Bei Galao (portugisischer Michkaffee) und einem Baguette trocknen wir etwas und dann klart es auf. Sofort nutzen wir die Gelegenheit und wandern zur Festung von Sao Filipe hoch. Das Fort wurde um 1592 erbaut und beherbergt auch heute noch Militär. Die Befestigungsanlage nahm einmal die gesamte Halbinsel Monte Brasil ein. Heute befinden sich dort Wanderwege, ein großer Spielplatz und Sportgeräte verschiedener Art. Der Blick auf Hafen und Stadt ist wunderschön.

Abends mache ich einen Ausflug mit dem Bus nach  Sao Matteus da Calheta. Hier findet eine Tourada a Corda statt.  Das ist eine harmlose Variante des Stierkampfes. Der Stier läuft an einer langen Leine durch einige abgegrenzte und geschmückte Straßen des Ortes und wird von 10 Männern an der Leine gehalten. Dies allerdings locker, der Stier wird nur zurückgezogen, wenn er am Ende des markierten Bereiches ankommt oder im Notfall. Junge Männer beweisen ihren Mut, indem sie den Stier mit Rufen und dem Schwenken von Jacken und bunten Tüchern reizen und vor ihm her rennen. Der Stier versucht, sie auf die Hörner zu nehmen und macht Jagd auf sie. Die Jungs müssen schon ganz schön schnell sein! Dem Stier passiert dabei nichts und es ist ein riesiges Spektakel mit enorm vielen Zuschauern die auf sämtlichen Mauern und Balkonen hocken und sich die Sache ansehen. Es gibt Donuts und anderes Gebäck zu kaufen, einige Stände am Straßenrand, Eis und Chipstüten.

Der Ort ist noch ein richtiges Fischerdorf mit einigen kleinen schnuckeligen Restaurants am Hafen. Da ich mir ja die Veranstaltung ansehen will, verzichte ich auf den Restaurantbesuch. Schade eigentlich. Ich ergattere einen Platz auf einem Balkon und sehe mir die Sache an. Es gibt auch viel Leerlauf und Pausen zwischendurch und so mache ich mich nach einer Stunde auf den 5 km langen Rückweg, sehr hübsch am Meer entlang. Der Bus fährt nämlich nicht mehr um die Zeit und ich möchte im Hellen ankommen. Kalle wollte nicht mit und hat inzwischen versucht, die Heizung in Schwung zu bringen. Sie läuft!

Vor lauter Begeisterung für die Stadt wollen wir den Rest der Insel nicht vergessen. Ab Serreta gibt es einen Rundwanderweg in die Berge. Der Bus Nr. 1 fährt durch immer ruhiger und ländlicher werdende Landschaft. Grüne Wiesen, Kühe, Felder, viele blühende Blumen am Straßenrand und in den Gärten. Auf der Küstenstraße ist die Sicht gut. Mehrere Wanderer steigen mit uns aus und los geht’s: immer steil bergauf – und bald schon sind wir von dicken Wolken eingehüllt. Leider bleibt es bis kurz vor dem Abstieg so. Der Weg führt durch dichten Wald und bemooste Büsche, später durch eine schmale, matschige Rinne hoch zum See Lagoinha. Vom Aussichtspunkt sehen wir einen kleinen Teil des Sees im Nebel. Den Gipfel ersteigen wir trotzdem. Da wir da oben allein sind wird ein Gipfelphoto mit Selbstauslöser gemacht. Abwärts wandern wir durch Wiesen und typische Vegetation der Inseln. Der Blick muss sehr schön sein, denn hier ist es offener als vorher im Wald, nur leider – alles Wolke. Unterhalb der Wolken warten wir bei trockenem Wetter auf den Bus.

Und hier noch ein paar Eindrücke aus dieser wunderschönen Stadt bevor wir uns auf den Weg nach Brest machen

Vasco da Gama auf dem Weg in die Stadt – er hat hier seinen Bruder beerdigt, der auf der Rückfahrt von Indien verstarb

Bis demnächst von der französischen Küste – in Brest vollenden wir unsere Atlantik-Runde! Von hier geht’s hoch die Küste entlang nach Norden in die Heimat.

 

 

 

 

Azoren – Sao Jorge

Bei leicht bedecktem Himmel laufen wir Sao Jorge an. Erst spät reist der Dunstschleier auf und die steilen Klippen kommen in Sicht. Die Insel ist rundherum steil und felsig, außerdem sehr lang aber nur 7 km breit. Es gibt hier nicht einen Vulkankrater sondern viele kleine nebeneinander die von einem Hochplateau umgeben sind. Als wir einlaufen steht schon der sehr nette Hafenmeister, José, an der Pier und ruft uns zu, wo wir liegen sollen. Das hilft in dem engen kleinen Hafen von Velas, so müssen wir nicht erst am Reception Pier festmachen. Wir melden uns gleich an, machen einen schönen Spaziergang durch den süßen, in die Felsen gebauten Ort Velas, und ich erklimme die Hafenmauer von der aus man einen schönen Blick auf den Hafen hat. Sao Jorge ist herrlich ruhig und verträumt gegen das lebendige und von Hochseeseglern beherrschte Horta. Bei Einbruch der Dunkelheit hört man nur das laute Geschrei der Vögel die in den Felsen leben die die kleine Marina umgeben.

Gleich am ersten Abend haben wir uns um ein Auto, Busfahrpläne und Wanderungen gekümmert. Jetzt geht’s los: die Wanderung Nr. 1 (vom Touristenbüro in Horta heiß empfohlen) führt uns nach  Faja dos Cubres. Der Ausblick vom Aussichtspunkt an der Straße lässt Gutes erahnen (siehe Anzeigebild). Kalle isst einen, leider nicht empfehlenswerten, Burger, ich kaufe Wasser und Schokoriegel. Die Auswahl ist begrenzt in der einzigen Kneipe, man sollte was mitbringen. Das Taxi kommt und bringt uns an den Startpunkt der Wanderung, ganz oben in den Bergen. Von hier guckt man auf die Südseite der Insel. Dann einige Meter bergauf über eine Kuhweide und von der Serra do Topo nur noch abwärts mit Blick nach Norden. Der Weg ist herrlich, die ganze Zeit eine prima Aussicht und sehr abwechslungsreich. Die Landschaft ist licht und freundlich mit der typischen Vegetation der Inseln. Die Hortensien sind hier oben noch nicht am blühen, erst später unten. Wir passieren einen kleinen Wasserfall – „klein“ weil wir etwas verwöhnt sind aus Guadeloupe und Guayana) – und weiter geht’s nach Faja do Caldeira de Santo Christo. Ein traumhafter Ort! Jedenfalls für absolut Ruhe suchende. Man kann hier Zimmer mieten und dort wandern, träumen, schreiben, meditieren, auf’s Meer gucken, in die Kirche gehen ……… und vielleicht fällt euch noch was ein. Eine Straße gibt es nicht, nur einen Weg für Quads. Bei Regen schlecht zu befahren. Von einem Restaurant oder Laden haben wir zumindest nichts gesehen. Weiter geht’s am Meer entlang, mal eher am Hang, mal unten, bis wir wieder in Faja dos Cubres ankommen. Eine herrliche Tour – zumindest wenn man so ein Glück mit dem Wetter hat wie wir. Zurück fahren wir durch die Berge über den Pico Alto 2. Erst durch Pequeno Norte, dann durch Grande Norte. Auch „Grande“ ist ziemlich klein. Die anschließende Fahrt auf einer schmalen Seitenstraße mitten durch die Berge ist super. Man fühlt sich wie in Bayern: ein dauerndes auf und ab durch Felder mit braunen und schwarz-weißen Kühen. Allerdings ständig mit wunderbarem Meerblick!

Am nächsten Tag ist es diesig. Wir starten trotzdem, positives Denken ist alles. Wir fahren nach NW und kommen nach Rosais. An der Kirche schlage ich Alarm: „sofort parken, aussteigen!“ Dort steht ein gigantisch geschmückter Ochsenkarren. Wir stehen im Nebel, denn die Wolken kommen immer tiefer, und sehen uns die Sache an. Ein netter Einheimischer erklärt uns, was passiert und wir bekommen Käse, süßes Brot und Wein angeboten. Es ist Sitte, alle Menschen die vorbeikommen, einzuladen. Der Ochsenkarren ist inzwischen wieder oben am Berg und jetzt startet die Prozession: mit Musik marschiert das ganze Dorf Richtung Kirche, der Ochsenkarren hinterher. Man erzählt uns stolz, dass das Dorf einen Preis für den Karren bekommen hat: die schönste Dekoration in den gesamten Azoren. Wir sind eher beeindruckt von den riesigen Ochsen! Die Rindviecher auf der Weide sehen dagegen wirklich klein aus. Der Nebel hält an und wir sehen gar nichts mehr, also fällt die NW-Tour aus und wir fahren zurück zum Boot, Jacke für Kalle holen. Dann wieder los, diesmal nach SO. In den Bergen ist es wieder nebelig aber in Topo, an der Südspitze, ist es klar, wenn auch grau. Wir gehen zum Leuchtturm, werfen einen Blick rüber zur Ihleu do Topo, der vorgelagerten kleinen Felseninsel, gehen selbstverständlich zum Hafen, der kaum als solcher zu bezeichnen ist, und – werden wieder zum Essen eingeladen! Diesmal ein richtiges traditionelles Pfingstessen, das in einem geschmückten Haus für alle Anwohner und alle vorbei laufenden Menschen stattfindet. Viele Einwohner haben Verwandte in Amerika und einige sind auch zu Besuch auf der Insel, daher sprechen viele Englisch. So haben wir die Chance, uns mit einigen zu unterhalten und erfahren viel über die Insel.

Fazit: eine sehenswerte Insel für alle, die Natur, wandern, Ruhe und Gemütlichkeit und einen wunderschönen kleinen Hafen mit einem super netten Hafenmeister mögen!

Im Hafen von Velas